«Wir verstehen uns als Leuchtturm der Gesellschaft.»
Stefan Grosjean ist seit 2018 Leiter des Kundenservice und der Kommunikation der Bibliotheken Medizin und Naturwissenschaften. Im Interview erzählt er, warum die Bibliotheken für ihn mehr sind als nur ein Ort für Bücher, wie sie Studierende im Alltag unterstützen und warum Agilität für seine Arbeit entscheidend ist.
Stefan Grosjean, Leiter Kundenservice und Kommunikation
Seit wann bist du an der Universität Bern und in welcher Funktion?
Ich leite seit 2018 den Bereich Kundenservice und Kommunikation der Bibliotheken Medizin und Naturwissenschaften. Eigentlich bin ich mein ganzes Erwachsenenleben an der Uni Bern: Ich habe hier Psychologie und Philosophie studiert und bereits während des Studiums in der Universitätsbibliothek gearbeitet.
Wie trägst du mit deiner Arbeit zur Vision der Uni Bern – „Bei uns schaffen Sie Wert. Für sich und die Gesellschaft.“ – bei?
Unsere Hauptaufgabe ist es, Studierende bestmöglich zu unterstützen. Wir sorgen dafür, dass sie eine gute Lernumgebung haben – durch moderne Lernplätze und ein breites Angebot an Literatur und digitalen Ressourcen. Ein Beispiel: Wir organisieren jedes Jahr den E-Day, den Willkommensevent für rund 400 neue Medizinstudierende. Dabei geht es nicht nur um den Zugang zu Ressourcen, sondern auch um Vernetzung – etwa durch Angebote wie Speed-Friending. Besonders für Studierende von ausserhalb ist das enorm wichtig. In der Prüfungszeit nutzen bis zu 400 Studierende täglich die Lernplätze allein in der Bibliothek Medizin. Viele sagen, dass sie ohne diese Infrastruktur ihre Prüfungen kaum bestehen könnten. Wir verstehen uns dabei gerne als „Leuchtturm der aufgeklärten Gesellschaft“: Wir stellen Wissen und Raum für Bildung zur Verfügung und fördern so Chancengerechtigkeit und Vernetzung.
Wie würdest du die Arbeitskultur in deinem Bereich beschreiben?
Das Wichtigste ist für uns die Nähe zu den Menschen. Täglich kommen mehrere Hundert Personen in die Bibliothek – zum Lernen, Arbeiten oder Verweilen. Diese Nähe prägt unsere Arbeit. Ein zentrales Schlagwort ist Agilität. Bibliotheken waren früher sehr geordnet und statisch. Heute müssen wir flexibel reagieren und unsere Angebote laufend anpassen – das macht unsere Arbeit spannend und lebendig.
Welcher Wert der Uni Bern spricht dich besonders an?
Mich spricht besonders die Aussage „UniBE ist typisch Bern“ an. Ich bin selbst in Bern aufgewachsen und habe eine enge Beziehung zu dieser Stadt. Für mich bedeutet das: ein gesundes, bodenständiges Arbeitsumfeld, das sich gleichzeitig öffnet und verändert.
Wie hast du dich an der Uni beruflich weiterentwickeln können?
Ich habe über die Jahre immer genau die Unterstützung bekommen, die ich in den verschiedenen Lebensphasen brauchte. Lange Zeit war ich selbstständig als Umweltpsychologe tätig und hatte parallel eine kleine Anstellung in der Bibliothek – das gab mir Sicherheit.
Später konnte ich berufsbegleitend ein Studium in Informationswissenschaft an den Universitäten Bern und Lausanne absolvieren – ein grosser Mehrwert für meine Arbeit als wissenschaftlicher Bibliothekar. Das Gelernte direkt in der Praxis anzuwenden, hat mich enorm weitergebracht.
